Problemen in Ahrdal

De wijnbouw in het Duitse Ahrdal verloopt problematischer dan de deelstaatregering wil toegeven. Vooral de Steillagen, een belangrijke toeristische trekpleister, hebben het moeilijk. Er is ook niet gemakkelijk aan personeel te komen voor seizoenarbeid in de wijngaarden. De Generalanzeiger meldt:

 

 

Sorgen plagen die Winzer an der Ahr: Sie beklagen akuten Personalmangel und geringen Ertrag. Vor allem der Weinanbau in den Steillagen sei zunehmend problematisch.

 

Rudolf Stodden und Matthias Baltes von der Winzergenossenschaft klagten über einen schlimmen Mangel an Saisonarbeitern, die inzwischen aus der Ukraine angeworben werden müssen. Dies unter Bewältigung von aufwendigen Formalitäten und Sprachschwierigkeiten. Der Weinanbau in den Steillagen sei zunehmend problematisch geworden. Gerade junge Winzer ließen die Bewirtschaftung aus betriebswirtschaftlichen Gründen schnell links liegen. Es bedürfe hier eines zusätzlichen Förderprogramms – das es allerdings längst gibt. Vor rund 1000 Jahren wurden an den extrem steilen Schiefer- und Felshängen der Ahr wegen der optimalen Sonneneinstrahlung Weinbauflächen angelegt. Einige dieser Steillagen könnten jedoch aufgegeben werden, weil die Handarbeit die Produktionskosten enorm erhöht. Allein für zwingend erforderliche Hubschrauberspritzungen müssen jährlich rund 2000 Euro pro Hektar ausgegeben werden. Pro Hektar gibt es oftmals weniger als 5000 Liter Wein, wofür aber über 2000 Arbeitsstunden aufgewendet werden müssen.

 

‘Hilfe gebraucht’

Angesichts dieser Kosten und des nicht zuletzt von Discountern erzeugten Preisdrucks wird es für die Winzer zunehmend schwer, die betriebswirtschaftlichen Kosten abzudecken. Das damit einhergehende zusätzliche Problem: Gerade die Steillagen machen den touristischen Reiz des Ahrtals aus. Verödete Hänge bieten kaum Anreiz für Ausflügler und Touristen. Baltes: „Wir brauchen Hilfe von außen.“ Damit die Kulturlandschaften an der Ahr nicht verloren gehen, gibt es jedoch längst Fördermittel von EU, Bund und Land. Seit 2015 erhalten die Winzer obligatorische Zahlungen, die sich auf die Segmente Basisprämie, Umverteilungsprämie, Kleinerzeugerregelung, Junglandwirteprämie und Ökologisierung verteilen. Das Land fördert biologische Vielfalt und umweltschonende Bewirtschaftung mit ihrem Steillagenförderprogramm. Andy Becht will sich trotzdem für Nachbesserungen stark machen: „Wir sind in Brüssel vorstellig geworden, um eine Aufstockung der Beträge zu erreichen.“