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Druifluis-alarm in Pfalz


Druifluis-alarm aan de Duitse ‘Weinstrasse’. De bioloog en ‘luiscommissaris’ Joachim Eder in Neustad gaat de wijnboeren in de Pfalz oproepen een front te vormen tegen het oprukken van dit uiterst schadelijke insect, dat eerder het grootste deel van de Europese wijnbouw om zeep hielp. Klimaatveranderingen en verwaarlozing van wijngaarden in de Pfalz gaven de druifluis gelegenheid zich daar weer te nestelen. De Duitse collega's melden:

 

"Die gefürchtete Reblaus, die vor 100 Jahren ganze Winzerexistenzen in den Ruin trieb, kehrt in den Weinbau zurück. Diese unscheinbare Blattlaus (Phylloxera Vastatrix), die Mitte des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Frankreich und von dort aus nach ganz Europa eingeschleppt wurde, richtete innerhalb weniger Jahre im Weinbau verheerende Schäden an und vernichtete zwischen 1865 und 1885 allein in Frankreich rund 2,5 Millionen Hektar Rebfläche. 1874 erschien sie in Deutschland, 1907 an Mosel-Saar-Ruwer und 1913 in Baden.

Die amerikanische Wurzelreblaus bohrt die europäischen Reben im Boden an, beginnt ihren Saft auszusaugen und entzieht der Rebe so die Nährstoffe. Die Folge: In kurzer Zeit verkümmert die Pflanze und geht im Extremfall ein. Erst mit der Pflanzung von Propfreben durch Verbindung von reblausresistenten amerikanischen Unterlagsreben mit europäischen Edelreisern konnte die Gefahr gebannt werden. Doch die Reblaus, die einen äußerst komplizierten Lebenszyklus hat, lebte in den Wingerten weiter - und sorgt jetzt bei den Winzern und Agrarwissenschaftlern für Probleme.


Fehlverhalten

"Die Reblaus ist punktuell an der gesamten Deutschen Weinstraße wieder vorhanden," berichtet der Biologe Joachim Eder, der beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt in die Rolle eines "Reblauskommissars" schlüpft, den es in den 50er und 60er Jahren in der Pfalz schon einmal gab. Eder wird bei den Pfälzer Weinbautagen in diesem Januar in Neustadt die Winzer über den Stand der Untersuchungen unterrichten und will sie zu einer "Front" gegen die gefürchtete Reblaus formieren: "Wir müssen den Anfängen wehren, sonst bekommen wir ein Problem."

Die Reblaus kann sich seit einigen Jahren auch an der Deutschen Weinstraße wieder vermehren, weil für sie mehrere günstige Komponenten zusammenkommen. So helfen die Klimaveränderungen zu ihrer neuerlichen Verbreitung - aber auch menschliches Fehlverhalten: Brachliegende Weinberge, ungepflegte Hänge mit Wildreben und die zunehmende Pflanzung von Hausreben begünstigen die "Renaissance" der Reblaus, die schon als ausgestorben galt, nun aber nicht nur in der Pfalz, sondern vermehrt auch am Kaiserstuhl zu einem Thema wird.

"Am günstigsten wäre die Rodung der Wildreben, die normalerweise nur schwer zu bekämpfen sind und mit deren Hilfe sich die Reblaus gut entwickeln kann," sagte Eder. Das Fatale: Die Reblaus beginnt sich auf aufgelassenen Rebflächen an die neueren Verhältnisse anzupassen. Bei befallenen Hausreben wird sie von Menschen und Tieren in die Weinberge weitergetragen. Schließlich sorgen auch Regen und Wind dafür, dass sie sich fast unbemerkt verbreiten kann. Das DLR hat damit begonnen, Standorte mit Reblausvorkommen kartografisch zu erfassen, um die Bekämpfung gezielt starten zu können.


Blattwerk

Dazu könnte auch ein Herbizid genutzt werden - doch dafür bedarf es exakter Planung: "Es muss ein vernünftiges Bekämpfungskonzept erarbeitet werden, zumal Herbizide nur nach Sondergenehmigung von Experten ausgebracht werden dürfen. Sonst macht man am Ende noch vieles mehr kaputt," sagte Eder. Für die Reben auch mit resistenter "Unterlage" bedeutet der Reblausbefall zwar nicht automatisch das Ende - aber zusätzlichen Stress. Dazu Eder: "Die Winzer sollten auch die oberirdischen Rebenelemente genau beobachten, denn die Reblaus greift auch das Blattwerk an."

(Bron: Rhein-Neckar Zeitung)