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Leed achter goedkope fles

 

Oxam rapporteert: vrouwen kunnen zich niet verweren

 

Achter een fles goedkope Zuid Afrikaanse wijn schuilt veel menselijk leed. Nog geen 20 % van de vrouwen die in wijngaareden of op wijn-estates werken krijgen het minimumloon van 178, 10 euro per maand. De vrouwen worden nog geen uur nadat er met gif is gesproeid ook weer de wijngaard ingestuurd. De ontwikkelingsorganisatie Oxfam heeft daarover gerapporteerd. Supermarkten en discounters die deze goedkope wijnen verhandelen, voelen zich in Duitsland niet aangesproken. De collega’s melden:

 

“In südafrikanischen Weinanbaugebieten herrschen laut einer neuen Studie „katastrophale Bedingungen“. Auch deutsche Discounter müssen reagieren.

Ein aktuelles Angebot beim Discounter: Die Flasche Weißwein „Chenin/Semillon“ aus der Western-Cape-Provinz für 3,29 Euro. Prost! Die Deutschen greifen da gerne zu. Das Geschäft mit südafrikanischen Weinen läuft. Auch mit den Tafeltrauben. Allerdings nicht für jeden. Denn auf den Weinanbaugebieten herrschen „unhaltbare Zustände“, heißt es in der Studie „Billig verkauft – teuer bezahlt“, die die Entwicklungsorganisation Oxfam diese Woche veröffentlicht.

Dahinter stehen die Aussagen von knapp 350 Arbeiterinnen von Wein- und Traubenanbaugebieten. Oxfam hat sie zusammen mit der südafrikanischen Vereinigung „Women on Farms Project“ befragt. Nicht einmal jede Fünfte von ihnen bekommt demnach den Mindestlohn von umgerechnet 178,10 Euro im Monat. Jede Zweite gibt an, schon eine Stunde, nachdem die Felder mit giftigen Spritzmitteln besprüht wurden, wieder in die Reben geschickt zu werden; und dass die Trauben oft noch mit einer weißen Schicht von Chemiekalien überzogen seien, wenn sie sie mit bloßen Händen anfassen müssen.


Verboten

Handschuhe oder andere Schutzkleidung erhielten sie nicht. Wehren können sie sich auch nur schwer: Viele Farmer verbieten ihnen, an Treffen von Gewerkschaften teilzunehmen – und Gewerkschaftern, die Weinanbaugebiete zu betreten. Die Zustände auf den Weinbergen am Kap stehen nicht zum ersten Mal in der Kritik. Vor einem Jahr nahmen zum Beispiel in Dänemark und Schweden viele Supermärkte südafrikanische Wein aus den Regalen, nachdem der Dokumentarfilm „Bittere Trauben – Sklaverei in den Weinbergen“ gelaufen war. Anders die deutschen Supermärkte.

Sie drücken laut Oxfam die Preise und tragen so eine „Mitverantwortung“ für die Schufterei der Farmleute. Franziska Humbert von Oxfam sagt: „Seit dem Jahr 2000 sind die Exportpreise von südafrikanischem Wein nach Deutschland um mehr als 80 Prozent gefallen, die Produktionskosten im Weinanbau dagegen in den vergangenen Jahren um fast 50 Prozent gestiegen.“ So kämen bei südafrikanischen Winzern pro Flasche oft nur 25 Cent an – und damit nur rund zehn Prozent des durchschnittlichen Einzelhandelspreises von 2,49 Euro.

 

Verneint

In Deutschland teilen sich, so rechnet das Deutsche Weininstitut vor, die Discounter Aldi, Lidl, Penny und Netto rund 40 Prozent des Umsatzes mit Wein, Supermärkte wie Edeka und Rewe 21 Prozent. Bei frischem Obst sieht es ähnlich aus. Humbert: „Die deutschen Discounter und Supermarktketten haben eine enorme Verhandlungsmacht.“ Sie dürften die Verletzung von Menschenrechten in ihren Lieferketten nicht einfach billigend in Kauf nehmen.

Machen wir auch nicht – heißt es bei den Discountern. Ihre Lieferanten könnten die von Oxfam „aufgeführten Missstände in dieser Form nicht bestätigen und versichern uns, dass sie Missstände dieser Art in keiner Weise tolerieren würden“, erklärte Aldi-Süd. Ähnlich drückte es Aldi Nord aus. Und Lidl „distanziert sich grundsätzlich von jeglichen Arbeitsrechtsverletzungen.“ Edeka und Rewe äußerten sich bis zum Redaktionsschluss nicht. Aldi Nord und Süd erklärten beide aber auch, „Schritt für Schritt“ sollten die Arbeitsbedingungen „dauerhaft“ verbessert werden.9

(Bron: Taz.de)